Wandkalender (Auftrag)

Liebe Ingenieure und Webentwickler, ich hätte da einen Wunsch: Einen langformatigen Wandkalender (genau, hiermit ist das iPad als Lösung raus), dessen Inhalte per WLAN-Abruf auf dem Display angezeigt werden. Batteriebetrieben, damit kein hässliches Kabel an der Wand baumelt; ein abnehmbares Netzkabel zum Aufladen des internen Akkus wäre auch okay. Die Kalendereinträge werden über ein Webinterface eingegeben, natürlich synchronisierbar mit mehreren anderen Kalendern (Familienfunktion). Die direkte Eingabe am Gerät ist also optional. Schnickschnack wie verschiedene Templates, Schriftgrößen und -schnitte, blinkende Notizen, Hervorhebung des aktuellen Tages, mehrtägige Einträge, Abdunkelung zu bestimmten Zeiten usw. sollten möglichst schon in der Software enthalten und individuell einstellbar sein oder über Updates nachinstalliert werden können. (Eure Chance.) Ich würde dafür bis zu EUR 99,90 zahlen.  ■

Veröffentlicht unter hintergedanke | Hinterlasse einen Kommentar

Trotzdem danke, Oma Luzie!

Manchmal sind es die kleinen Dinge, die das Leben fundamental verändern. Es ist nämlich so: Wie man sich eine Schleife bindet, hat mir Oma Luzie beigebracht. Und diese Schleife ist nicht nur äußerst instabil, sondern bereits beim Binden furchtbar anzuschauen. In Stichworten: Einfacher Knoten, Mittelfinger (Mittelfinger!) der linken Hand auf den Knoten pressen, Schlaufe mit der rechten Hand machen, den vom Mittelfinger gehaltenen Knoten mit dem Daumen der rechten Hand übernehmen, freies Schnürsenkelende über die Schlaufe werfen (werfen!), mit dem jetzt freien Mittelfinger der linken Hand dieses Ende durch die neue Schlaufe schieben, festziehen.

Ja, dafür kann man ausgelacht werden.

Ich hatte bereits nach eindrucksvoller Hilfe gesucht: Aus Angst, dass ich der kleinen Motte diese familiäre Schmach unabsichtlich vererben könnte. Ich habe ihr beim Schuhebinden sogar immer gesagt, dass sie jetzt wegschauen soll, um das bloß nicht so zu lernen. Aber diese anderen Schleifen waren einfach nichts für mich. Nicht erlernbar, nicht zur Umstellung geeignet. Und dann kam dieses Video: Danke, Terry Moore. Durch Sie hat jeder Tag in meinem Leben an Qualität gewonnen. Nicht nur, dass ich mit der Gewissheit lebe, perfekt gebundene Schuhe an den Füßen zu tragen; dieser Knoten hält einfach verdammt gut. Und Doppelknoten, alter Freund: Nimm es nicht persönlich. Oma Luzie hätte es auch nicht verstanden.  ■

Veröffentlicht unter hintergrund | Hinterlasse einen Kommentar

Panorama (2)

Blogdingsblockade. Also in meinem Kopf. Habe einige Themen auf Halde, über die ich eigentlich längst hätte schreiben wollen. Verstricke mich bei der Suche nach dem Einstieg oder Aufbau des Eintrags aber immer wieder in den Gedanken, dass ich eigentlich viel lieber konsumiere als produziere. Wieso dann hinterher also noch darüber bloggen?

+++

Beim Bundesliga-Tippspiel mit den Kollegen wieder nur Platz 3 erreicht. Daran werden auch die Relegationsspiele nichts mehr ändern. (Das andere Tippspiel gewonnen, da habe ich die komplette Saison ausschließlich 2:1-Heimsiege getippt. Jetzt schäme ich mich.) Ich bin gespannt, ob wir die modifizierte 9er-Regel beibehalten: Es haben doch einige ihr Tippverhalten auf Auswärtssiege ausgerichtet. Mich selbst manchmal eingeschlossen. Vor allem aber macht es mich jeck, wenn ich vor einem Spieltag nicht weiß, wie viele Punkte insgesamt vergeben werden. Scheiß Hobbyautismus.

+++

Sinupret nachgekauft. (Nebenhöhlen dicht. Ausnahmsweise eine normale Erkältung. Allerdings wieder mit Fieber gestartet.) Habe mir eine 50er-Packung andrehen lassen, weil ich Angst hatte, zwischen den fünf Euro Bargeld in meiner Tasche und dem Mindestumsatz von zehn Euro für den EC-Karten-Einsatz zu liegen. Hahahahahaaaaa! Eine Sinupret-Kapsel kostet in dieser Kleinfamilien-Packung nur 39,6 Cent. Nestlé sollte den Preis für Smarties überdenken. Und ich meine Ängste.

+++

Ich scheue mich vor der Inhouse-E-Mail, die Kollegen zum Tippspiel zur Frauen-Fußball-WM einzuladen. Hätte ich aber Lust drauf. Alleine schon, um die tippfreie Sommerpause zu verkürzen. Und weil ich so gar keine Ahnung habe.

+++

Hach, der ESC. Die Finalkarten haben wir aus Gründen verschenkt. Dafür hat die kleine Motte dann bis 23:30 Uhr mit uns gemeinsam geschaut. Zumindest war sie im gleichen Raum. Grand Prix für die ganze Familie. (Wieso eigentlich noch diese ganzen unmotivierten Sondersendungen im Fernsehen? Duslog.tv. So geht das heute, so wird sich in den nächsten Jahrzehnten hoffentlich einiges verändern. Ina Müller hat die Punkte übrigens nicht auf platt durchgegeben.)

+++

Das Hinterher-z bei Tumblr reaktiviert. Der kleine Nebenblobb sozusagen. Und dort dabei gleich einmal aufgeräumt und durchgewischt. Drüben werden ab sofort alle YouTube-Fundstücke archiviert, die haben hier nichts verloren.

+++

Denn ich habe eine neue Definition dessen, was hier etwas verloren haben könnte. Die mir aufgegangen ist, als ich das Blogdings vom Chef neulich einmal im Schnellschussverfahren analysiert habe, das er gestartet hat, als er in die USA ging. Das ist nämlich letztlich ein popkulturelles Magazin, das er da herausgibt, bei dem mich zwar nicht alle Themen interessieren, aber dennoch alle Themen ihre Berechtigung haben. (Eigentlich: Er hat wirklich etwas zu sagen. Und ein verdammtes Schreibtalent. Auch in 140 Zeichen, wenn es sein muss. Verdammt.) Das will ich auch von diesem Blogdings hier behaupten können. Aber welche Themen interessieren mich überhaupt? Und will ich darüber schreiben? Eigentlich reicht es doch, wenn ich sie für mich selbst konsumiere …  ■

Veröffentlicht unter hintergrund | Hinterlasse einen Kommentar

Gesehen: OSS 117 – Der Spion, der sich liebte

Agentenklamauk, eines meiner liebsten Filmgenres. Neben dem mainstreamigen Austin Powers und dem einzig lässigen Superagenten, Matt Helm, haben wir es wohl Oliver Kalkofe zu verdanken, dass uns auch Frankreichs Spionagewunderwaffe nicht verborgen geblieben ist. Wer sich über Sätze wie »Wie ist ihr Frikassee?« als Geheimparole beömmeln kann, ein Feuerwerk an Klischees (Na klar, Nazi-Bösewichte!) ertragen kann und keine Filmschauplätze am Bodensee oder in Milwaukee benötigt, wird mit diesem Film einen ebenso vergnüglichen Abend haben wie ich. Douze points!  ■

Veröffentlicht unter hinterlassenschaft | 1 Kommentar

Lütten-Lyrics (1)

Ein kleiner, zwei kleine, drei kleine
Feuerwehrmänner,
vier kleine, fünf kleine, sechs kleine
Feuerwehrmänner,
sieben kleine, acht kleine, neun kleine
Feuerwehrmänner,
zehn, rettet den Tag!  ■

Veröffentlicht unter hintergrund | Hinterlasse einen Kommentar

Blockade

Wenn man das befreiende Nachdenken verlernt, weil man immer nur strukturiert funktionieren muss.  ■

Veröffentlicht unter hintergrund | Hinterlasse einen Kommentar

Panorama (1)

Ich mag meinen Tonfall hier im Blogdings nicht. Und ich spüre mein Bemühen, genau das abzulegen. Mein geschriebenes Wort ist so hölzern, konstruiert, überlegt. Vielleicht wünsche ich mir auch einfach nur, meine Sprechsprache würde sich davon häufiger eine Scheibe abschneiden.

+++

Wenn ich die Bilder aus Japan sehe, empfinde ich keine Trauer und kein Mitleid. Ich kann mich auch nicht erinnern, dass das in ähnlich gelagerten Fällen je anders gewesen wäre; also bei Katastrophen, die mich nicht unmittelbar betreffen. (Mich hat noch nie eine echte Katastrophe ummittelbar betroffen.) Hungersnöte, Bürgerkriege, Naturgewalten: Das ist alles furchtbar und schrecklich, aber abgesehen von der Faszination an der Unglaublichkeit an sich und dem kurzfristigen Entsetzen über Einzelschicksale ist das alles so weit weg, dass es mich nicht im eigentlichen Sinne interessiert oder bewegt. Schon gar nicht, wenn es nicht in der westlichen Welt stattfindet. Es bleibt fremd und surreal. Obwohl ich ja gerne aus der Brutalität, mit der das Leben so vieler Menschen vom einen auf den anderen Tag zerstört wurde, etwas für mich ableiten würde, um meine eigenen Probleme als – im Vergleich – lächerlich und nichtig einzustufen. Ich egozentrisches Arschloch. Aber auch das gelingt mir dann nicht. Ich bewundere aber alle, die aus diesen Situationen ernsthaftes Nachdenken oder gar Handeln ableiten können. Ich habe diese Gabe nicht, deshalb müsst ihr damit weitermachen!

+++

Wieder was gelernt beim Mittagsspaziergang: Familienväter sind keine Männer mehr. Der Aufenthalt mit der eigenen Tochter in Damentoiletten oder -umkleiden erzeugt weder Ärgernis noch Erregung.

+++

Auch so etwas: Die Diskussion um die deutschen Atomkraftwerke. Klar, auch mir wäre es lieber, wenn bereits morgen unser Strom ausschließlich aus regenerativen Quellen gewonnen würde, weil es einfach so viel klüger ist. Aber ich gehe grundsätzlich davon aus, dass sich jemand Gedanken gemacht hat, warum und dass das nicht von nun auf gleich geht. Und wenn es keine Zwischenfälle gibt, freue ich mich auch über Atomstrom, wenn er aus der Steckdose kommt, weil ich den Rest nicht komplett erfassen oder gar ändern kann. Ich undankbares, privilegiertes Arschloch.

+++

Der Satz des Tages stammt heute von der Lieblingskollegin: »Ich arbeite doch daran, dass mein Leben so wird wie deins!«  ■

Veröffentlicht unter hintergrund | Hinterlasse einen Kommentar

Gesehen: Julie & Julia

Ein Frauenfilm? Vielleicht. Es geht ums Kochen, ums Bloggen, ums Essen. Und das alles von Menschen produziert, die das Kochen, das Bloggen, das Essen ganz offensichtlich sehr zu schätzen wissen. Im besten Sinne gut verdauliche, speichelerzeugende Spielfilmunterhaltung.  ■

Veröffentlicht unter hinterlassenschaft | Hinterlasse einen Kommentar

Praline des Jahres 2010

Praline des Jahres 2010Vier handgemachte Mandelpralinés. Zwei in heller Vollmilchschokolade, zwei in Zartbitterschokolade. Gut gekühlt, nach einem Tag in der Packstation. Zunächst ein salziger Geschmack durch die aufgesetzte Mandel. Die Überlegung, ob man sie durch geschickten Zahneinsatz von ihrem Unterteil trennen sollte. Dagegen entschieden, die richtige Entscheidung. Anschließend eine Note von Nougat. Von feinen Zuckerkristallen umspielt. Die Konsistenz bereitet ein wohliges Gefühl im Mund: Nicht zu weich, nicht zu hart. Immer noch ist der Salzgeschmack zu spüren. Der sich dann langsam von der Schokolade verdrängen lässt. Das Verlangen, wild zu kauen. Eingebremst von einer feinen Vanillenote. Bis das erste Praliné völlig zerschmolzen ist. Das zweite ersetzt den Nougat durch die Erinnerung an Erdnussbutter. Noch wohliger, niemals zu süß, vom Salz gehalten. Kein edler Tropfen, keine Süßigkeit, sondern eine elegante Naschkomposition. Und das aus Bielefeld. Danke, Conditorei Kraume. Doch vor allem: Danke, Helge.  ■

Veröffentlicht unter hinterschinken | Hinterlasse einen Kommentar

Blaues Licht

Gebrüder Grimm, Rambo III, Nokia 6300.  ■

Veröffentlicht unter hintersinnig | Hinterlasse einen Kommentar