Mobilitätsgarantie

Mein neues Auto, knappe 600 Kilometer auf dem Tachometer, springt eines Morgens zwar noch an, röhrt aber merkwürdig. Die Gänge lassen sich nicht mehr hochschalten, Warnlämpchen blinken im Cockpit.

Also den Volkswagen-Service angerufen, wo man mich fragt, ob ich das Fahrzeug noch in die nächste Werkstatt fahren kann. Was ja nicht ging. Gut, dann würde man mich einschleppen. Kein Ding, denke ich, schließlich bietet Volkswagen ja die LongLife-Mobilitätsgarantie. Da ich aber gut eineinhalb Stunden auf den Abschleppdienst wartete, konnte ich mir in aller Ruhe die Bedingungen zu eben dieser Garantie durchlesen: »Liegen bleiben im Falle eines technischen Defekts«, genau das war es doch, was mir die Warnlämpchen andeuteten. Zur Sicherheit habe ich aber noch einmal beim Volkswagen-Service angerufen, ob das Abschleppen denn auch wirklich kostenlos sei, denn sonst würde ich als ADAC-Mitglied eher die gelben Engel rufen. »Ja, wenn Sie den Fehler nicht selbst herbeigeführt haben, zum Beispiel durch falsche Betankung, ist das Abschleppen kostenlos.« Also ließ ich mich von VW in die Werkstatt schleppen.

Hier war innerhalb von Sekunden ein Marderbiss entdeckt, das Auto entsprechend als Marderschaden deklariert, den ich selbst zu zahlen hatte. Und eine Woche später flattert mir die Rechnung über Schleppkosten in den Briefkasten. An der Service-Hotline verstand man meinen Ärger, riet mir, den Vorfall schriftlich darzulegen und auf Kulanz zu hoffen, da ich ja extra nachgefragt hatte, ob das Abschleppen kostenlos sei. Aber da die Versicherungsbedingungen auch »sonstige äußere Einwirkungen« ausschließen – und diese Bedingungen sind ja nicht von Volkswagen gemacht, sondern vom Versicherungspartner –, lässt man sich im entstehenden Briefwechsel natürlich nicht auf meine Argumentation ein, dass ich vom Servicemitarbeiter falsch beraten worden wäre. Die Verbraucherzentrale rät mir auch, keine größere (rechtliche) Geschichte daraus zu machen, da ich nicht beweisen kann, dass man mir den Hinweis auf alle weiteren Ausschlussgründe nicht gegeben hat.

Ich frage mich, ob Volkswagen überhaupt jemals etwas im Rahmen der Mobilitätsgarantie zahlen muss. Vermutlich nicht. Diese Mobilitätsgarantie ist also eine grandiose Marketingmaßnahme. Und ich frage mich, ob es nicht Verbrauchertäuschung ist, wenn mit dem Satz geworben wird: »Ausgeschlossen von den Leistungen sind Pannen, die durch eigenes Verschulden verursacht wurden (z. B. falsche Betankung).« Vor allem aber weiß ich: Den VW-Service nehme ich nie wieder in Anspruch, sondern rufe direkt den ADAC. ■

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3 Gedanken zu „Mobilitätsgarantie

  1. Davon abgesehen, dass es mir, wäre ich VW, schlicht peinlich wäre, den Vorurteilen gegenüber Herstellergarantien so perfekt zu entsprechen – Volkswagen scheint mir auch mit Vorliebe Materialien zu verwenden, die eine Spitzenposition auf der Mardergustoskala einnehmen. (Dein Marderschaden ist der dritte dieses Jahr, der mir zu Ohren kommt. Alles VW, alles Neuwagen. Ich mein ja nur.)

  2. Die (VW) Mobilitätsgarantie verhinderte wegen eines Marderbisses die kostenlose Reparatur über meinen Schutzbrief und kostete mich ca 2200 Euro. Nichts , aber auch garnichts der vollmundig versprochenen Hilfen hat geklappt (Leihwagen , Rückreise,…).
    Der Kunde ist nur dazu da um sich zur nächsten VW Werkstatt schleppen zu lassen, die als Einzige geschlossen hatte. Kein einziger Versuch einer Hilfe, nicht einmal ein Blick unter die Motorhaube des fahrbereiten Fahrzeugs.
    ALLES BEUTELSCHNEIDEREI

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