Jahresrückblick 2010

Mit Entsetzen habe ich festgestellt, dass ich keine Fassung dieses Fragebogens aus einem der Vorjahre mehr finden kann. Ich bin aber sicher, ihn mindestens einmal schon beantwortet zu haben. Gruselig, das muss einer panischen Löschaktion privater Bloginhalte zum Opfer gefallen sein. Ohne Backup. An deren Auslöser ich mich nicht einmal mehr erinnern kann. Aber es hilft ja nichts.

Zugenommen oder abgenommen? Abgenommen. Zwischen dem Gewicht vom 1. Januar und dem vom 31. Dezember liegen ziemlich genau 12 Kilogramm, in der Spitze waren es sogar mehr als 16. Kann ich per Excel-Sheet belegen. Ja, die Abnahme war beabsichtigt, den Entschluss habe ich am Ostermontag gefasst. Genau, mit WeightWatchers. Inzwischen bleibts auch ohne stabil.

Haare länger oder kürzer? Keine Veränderung. Nur mehr Anteile in silbergrau-metallic.

Kurzsichtiger oder weitsichtiger? Ich habe mir jetzt nach vier Jahren eine neue Brille machen lassen. Als gesetzlich Versicherter machst du den Weg zum Augenarzt ja nicht mehr, wie das noch zu Privatpatientenzeiten der Fall war. Da verschwitzt man auch einen regelmäßigen Sehtest aus Bequemlichkeit. Unterm Strich: Alles schlechter – ist man als Weitsichtiger dann kurzsichtiger? –, selbst die Hornhaut ist noch verkrümmter denn je.

Mehr ausgegeben oder weniger? Lustig: Dafür gibt es zwar jedes Jahr auch ein Excel-Sheet, aber diese Berechnung habe ich noch nicht integriert. Vermutlich aus Selbstschutz. Weniger kann es aber eigentlich nicht gewesen sein, was die laufenden Kosten angeht, so mit einer Person mehr im Haus.

Mehr bewegt oder weniger? Weniger Fitnessstudio (komplett abgemeldet für 2011), gefühlt weniger Jogging. Aber viel mehr Spaziergänge und unregelmäßig regelmäßiger Hallenfußball. Also irgendetwas in der Mitte.

Der hirnrissigste Plan? Überhaupt ernsthaft den Versuch unternommen zu haben, Pläne zu schmieden. Wobei ich damit nicht meine, dass ich ungeplant durch das vergangene Jahr getorkelt bin, das wäre wohl mein Ende. Aber die deutsche Sprache bietet da ja die feine Unterscheidung zwischen Plan und Planung. Planungen sind gut und liefen meistens okay, Pläne hingegen waren in aller Regel hirnrissig.

Die gefährlichste Unternehmung? Mein Leben hat zurzeit so wenig mit Superheldentum zu tun … aber das wird es wieder, versprochen!

Die teuerste Anschaffung? Mensch, ein Hoch auf meinen Hobbyautismus, dem ich in zahlreichen Excel-Sheets fröne. Es müsste das Dell-Notebook sein, an dem ich das hier schreibe. Studio 17. Guter Name für ein durchschnittliches Produkt.

Das leckerste Essen? Sensationell war in diesem Jahr die Idee, eine Familienfeier von einer semiprofessionellen Köchin in den eigenen vier Wänden kulinarisch begleiten zu lassen. Außerhäusig sehr gut gespeist habe ich im Würzhaus in Nürnberg. Und sehr gute Erinnerungen habe ich an ein selbstgemachtes Huhn Stroganoff, das aber bei der Wiederholung eher durchschnittlich blieb.

Das beeindruckendste Buch? Vermutlich wird »Angerichtet« von Herman Koch diesen Titel erlangen.

Der berührendste Film? Ich habe im vergangenen Jahr zu wenig Filme geschaut, die ich dieser Bezeichnung zuordnen würde. Will sagen: Nach dem wöchentlichen Tatort-Ritual würde ich nicht davon sprechen, soeben einen Film geschaut zu haben – sondern eben einen Tatort. Im Kino war ich meiner Erinnerung nach ansonsten gar nicht, DVDs kann ich auch an einer Hand abzählen. Bleibt also nur »Ist das Leben nicht schön?«, den ich wie jedes Jahr an Heiligabend geschaut und am Ende wie immer … ja, der berührendste Film.

Die beste CD? Ich glaube, dass ich in diesem Jahr keine CD gekauft habe. Doch, na klar: Wie gut, dass es immer eine nächste Frage gibt. Das dazugehörige Album kann ich aber trotzdem nicht als beste CD verargumentieren. Von daher: Keine. (Ha: Ich habe noch ein weiteres Album zum Geburtstag geschenkt bekommen. Ich wusste doch immer, dass diese Fotos der gesammelten Geschenke für etwas gut sind!)

Das beste Lied? »Satellite« von Lena. Ich kann nichts dafür: Dieser Song hat sich dermaßen in meine Gehirnwindungen gefressen, dass praktisch kein Tag mehr vergeht, an dem nicht irgendwann »Love, oh love« in mir erschallt. Brutal.

Das schönste Konzert? Auf keinem gewesen, ziemlich sicher. Scheiße, ich werde doch nicht etwa zu alt für solche Fragebögen?

Die meiste Zeit verbracht mit? Umdenken. Oder der Erholung davon.

Die schönste Zeit verbracht mit? Meiner kleinen Familie.

Vorherrschendes Gefühl 2010? Chronischer Zeitmangel.

2010 zum ersten Mal getan? Einen echten, lebensgroßen Schneemann gebaut. Einen Wikipedia-Artikel editiert. Club-Mate getrunken. Einen ganzen Vogel gefüllt und zubereitet. Ein Gerät mit Touch-Display gekauft. Einen Dyson Airblade benutzt. Ein Familienfoto mit Heino geschossen.

2010 nach langer Zeit wieder getan? Trompete gespielt, nach 14 oder 15 Jahren wieder. Leider hat dann keine Bandprobe mehr stattgefunden, nachdem ich das erste Mal daran teilgenommen hatte. (Kein Kausalzusammenhang, das muss sich einfach noch terminlich finden.) Außerdem habe ich zur WM das Panini-Album komplett gefüllt. Da sind seit dem letzten Klebebildchen vermutlich 22 Jahre vergangen. Den Schulhof zum Tauschen habe ich durch eine Internetplattform ersetzt.

Drei Dinge, auf die ich gut hätte verzichten können? Die personellen Veränderungen im Büro. Häufiges Aufstehen in der Nacht. Schneeschippen zu Beginn und zum Ende des Jahres.

Die wichtigste Sache, von der ich jemanden überzeugen wollte? Dass es nur an einem selbst liegt, wie man es und was man daraus macht.

Das schönste Geschenk, das ich jemandem gemacht habe? Geschenkemachmäßig war das echt ein Durchschnittsjahr. Abgesehen davon, dass man diese Frage schon aus Anstand nicht selbst beantwortet. Es wird aber irgendetwas zwischendurch gewesen sein, das sind ja sowieso die schönsten Geschenke.

Das schönste Geschenk, das mir jemand gemacht hat? Das wäre jetzt so sentimentales Elterngefasel. Diese Geschichten mit dem einen Lächeln, das einen alles andere vergessen lässt. Stimmt aber trotzdem. Und davon habe ich jede Menge bekommen.

Der schönste Satz, den jemand zu mir gesagt hat? Die kleine Motte kann ja noch nicht reden. Aber ich sagte: »Gib mir doch bitte mal deine Socke.« Und als sie dann nach links gegriffen hat, um mir eben ihre Socke zu geben, hat es mich völlig zerrissen. Da wusste ich: Sie versteht mich. Gesagt hätte sie wahrscheinlich: »Hier, meine Socke.« Ein wahrhaft schöner Satz.

Der schönste Satz, den ich zu jemandem gesagt habe? Da habe ich nichts notiert. In keinem Excel-Sheet, in keinem Stream, auf keinem Foto und in keiner Datei. Daran muss ich im Jahr 2011 arbeiten.

Und was war sonst noch? Eine viel zu offen gestellte Frage, insbesondere für das Jahr 2010. Denn da war ja nichts! Aber davon so viel, dass ich es hier nicht zusammengefasst bekomme.

2010 war mit einem Wort? Andersartig. ■

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