#usfd

Es dürfte inzwischen genug darüber gesagt und geschrieben worden sein, inwiefern eine zweiteilige Platten-Promo-Show dazu geeignet ist, den diesjährigen deutschen Beitrag für den Eurovision Song Contest zu ermitteln. Aber hey: Es geht hier natürlich um Vermarktung, sowohl für Stefan Raab als auch für die ARD, um was denn sonst? Und dass man da Dinge hätte besser machen können: Natürlich. Und diese Wir-haben-es-ja-gleich-gewusst-dass-das-nichts-werden-wird-Stimmung hilft bestimmt vielen, wenn es am Ende kein Platz unter den ersten 10 werden wird.

Ich finde das trotzdem alles super, denn es geht hier um den Eurovision Song Contest. Und es gab auch schon Vorentscheide, wo man zwischen Texas Lightning, Vicky Leandros und Thomas Anders auswählen konnte. Wir herrlich ist es da, sich über zu viele zu langsame Nummern zu ärgern, oder unpassende Kleidung oder aufgesetzte Bewegungen. Absolut!

Da das Vorentscheid-Finale am 18. Februar jetzt jedenfalls aus Desinteresse ja praktisch niemand mehr schauen wird, hier das vorgezogene Endergebnis:

  • What happened to me/Mama told me – So ist das, wenn man auf mehrere Pferde setzt: Das Publikum wird sich nicht eindeutig für eine der beiden Lena/Raab-Nummern entscheiden können. Vielleicht wird es für eine für Platz 3 reichen, aber sie werden beide letztlich keine Rolle spielen, was musikalisch aber auch keine Schande darstellt. Not to come, übrigens.
  • Maybe – Im ersten Halbfinale nur mangels Konkurrenz weitergekommen. Das Lied ist ja gar nicht so schlecht, aber Lenas Bewegungen zur Musik sehen dermaßen unnatürlich aus, dass ich nur noch daran denken kann, wenn ich an dieses Lied denke. Schlecht für ein gleichermaßen visuelles Ereignis wie den ESC.
  • A Million and One – Jetzt wird es schwierig. Diese Nummer ist die musikalische Weiterentwicklung, wenn man die Stimmung von »I’m in love with a fairytale« und die Raffinesse von »Satellite« durch den Mixer dreht und in ein klassisches ESC-Setting presst. Die größte Komposition in dieser Vorauswahl, meine Hochachtung, vermutlich aber zu kompliziert für ein Massenpublikum.
  • Taken by a stranger – Mein klarer Favorit: Der Song zeigt gleichermaßen die größte Stärke von Lena, ihre Andersartigkeit, aber auch, dass das letzte Jahr an ihr nicht spurlos vorübergegangen ist. Mit nicht zu übertriebener Choreografie, dem leichten Wahnsinnsfaktor, süffige Elektrokost. Punktlandung. Mein klarer Favorit, bis eben …
  • Push Forward – Wenn ich das Interview richtig erinnere, war es Blacky Fuchsberger, der seinerzeit erkannte, dass Udo Jürgens ein begnadeter i-Sänger sei. »Merci, Chérie«, you know? Ob es das jetzt bei Lena auch trifft, also das i-Singen, kann ich nicht genau sagen. Aber wie sie in diesem Lied Rewind und Behind im Refrain singt, ist unverwechselbar. So wie bei Minute, Like, Satellite, Orbit oder Night eines recht erfolgreichen Stückes – in dem sie allerdings auch als o-Sängerin (Love, oh love) punktet. Ich gebe zu, dass ich hier lieber die ursprünglich angedachte Uptempo-Funky-Version gehört hätte. Aber das Umschreiben eines Titels zu Lenas Gunsten hat ja schon einmal ganz gut geklappt. Davon abgesehen: Klarer Inhalt im Refrain, der in ganz Europa verstanden wird. Eine klare Message für eine, die ihren Titel zu verteidigen versucht. (It’s always the same, haha, sehr gut!) Eine Ballade, wieso denn nicht mal wieder? Und vor allem: Dieser Song macht mir Gänsehaut, verdammt.

Im letzten Jahr war ich übrigens der Ansicht, dass Lena mit der offensichtlichen Raab-Komposition »Love me« (a-ha-ha-haaa) zum Grand Prix hätte fahren sollen. Ich habe nicht verstanden, was das Publikum da bei »Satellite« gehört haben wollte. Jetzt singt sie es nach einem Jahr a cappella bei der Verleihung der Goldenen Kamera und ich weiß genau, abgesehen von meinem persönlichen Hirnfraßproblem, was das Publikum da gehört hatte. Also lassen wir es doch auch am 18. Februar wieder hinhören und entscheiden, das deutsche Publikum. ■

Advertisements

3 Gedanken zu „#usfd

  1. Ich werd das schauen! Sogar vor Ort, und ich freu mich drauf – mögen die Unken doch unken, bis sie über ihre eigenen Mundwinkel stolpern.

    Taken By A Stranger, Push Forward oder A Million And One werdens machen. Hoffentlich in dieser Reihenfolge.

    (Den Grand Prix selber muss ich dringend von einer Couch aus gucken und live twittern, mit Käseigel und allem drum und dran. Trotzdem natürlich my little Neid.)

    • Ich bin auch nicht sicher, ob die Couch nicht grundsätzlich der bessere Platz ist. Das ist so wie bei Fußballspielen im Stadion oder mit Zeitlupenmöglichkeit. Aber wenn es DBF durch unermüdlichen Refresh-Einsatz schon schafft, dass mein Mantra »Wenn der Grand Prix zu meinem Lebzeiten in Deutschland stattfindet, will ich das live vor Ort sehen« seine Bestimmung erfährt, dann ist das eben so. Schade um die Knabberbox.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s