Personal Kanban mit Trello

Auf Personal Kanban bin ich vor einiger Zeit gestoßen, um Projekte – beruflich wie privat – besser im Blick zu behalten und zügiger abzuschließen. Die Idee kurz zusammengefasst: Man notiert die zu erledigenden Aufgaben auf Klebezettel und lässt sie, zum Beispiel auf einer Tafel, durch mindestens drei Spalten wandern: Warteschlange (Ready), In Arbeit (Work in progress), Erledigt (Done). Dabei gibt es zwei Regeln: Es müssen Klebezettel für die einzelnen Aufgaben geschrieben werden, und die Anzahl der gleichzeitig zu erledigenden Aufgaben ist limitiert.

Die Vorteile dieser Methode:

  • Man hat durch die Ablage der zu erledigenden Aufgaben in der Warteschlange alles aus dem Kopf.
  • Man konzentriert sich auf eine überschaubare Anzahl von Aufgaben und macht nicht alles gleichzeitig.
  • Man visualisiert Fortschritt und Erfolg in der immer voller werdenden Erledigt-Spalte, gut für die Motivation.
  • Man fängt automatisch an, größere Aufgaben in Teilaufgaben zu zerlegen, um Zettel nicht in der In-Arbeit-Spalte versauern zu lassen.
  • Durch das Beschreiben und physische Verschieben von Klebezetteln werden alle diese Effekte im Gehirn (angeblich) besser verankert.

Grundsätzlich funktioniert das klasse; für mich auch prinzipiell besser als To-do-Listen. Gescheitert bin ich aber zunächst an der praktischen Umsetzung: Um für die Klebezettel nicht überall große Tafeln aufzustellen oder Flipcharts an die Wand zu hängen, habe ich mit kleinen Post-its auf einem DIN-A4-Tischaufsteller als Kanban-Board gearbeitet, der aber gerade für berufliche Projekte zu klein war. Ordentlich notieren konnte man auf den kleinen Zetteln auch nichts. Und die Priorisierung der Aufgaben in der Warteschlange wurde durch das ständige Umkleben zu lästig. Also war der Umstieg auf eine Software nötig, vernünftige Personal-Kanban-Software habe ich im Netz aber nicht gefunden. Ergo: Personal-Kanban-Pause.

Doch dann bin ich durch diesen Artikel auf Trello gestoßen. Von Kanban (oder anderen Projektmanagement-Methoden) ist in der Selbstbeschreibung nicht die Rede, obwohl Trello genau dafür entwickelt wurde:

»Trello is a collaboration tool that organizes your projects into boards. In one glance, Trello tells you what’s being worked on, who’s working on what, and where something is in a process.«

Das alles passiert auf einer schicken Webplattform, auf der sich auch virtuell die Zettel verschieben lassen (und damit das physische Verschieben fast ersetzen lässt). Und das geht auch in der iPhone-App, sodass ich auch mobil Zettelchen schreiben kann. Und man kann an Trello-Boards gemeinsam arbeiten. Und noch viele Sachen mehr. Und das alles jetzt und in Zukunft für lau. Wahnsinn. Es gibt kaum eine Software, die mich von Anfang an stärker begeistert hat. ■

Update: Hier findet man eine schöne Best-of-Sammlung weiterer Projektmanagement-Tools. Natürlich inklusive Trello. (via e13.de)

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4 Gedanken zu „Personal Kanban mit Trello

  1. SUUUUPER.
    Danke für den Hinweis auf Trello. Ich habe im März meinen Scrum Master gemacht (auch eine agile Methode) und dort wird auch mit diesem Board gearbeitet.

    Als ich nach Hause kam, habe ich die Schranktür im Büro in 3 Bereiche aufgeteilt in die meine Zettelchen dann geklebt wurden.

    Eben gerade Trello ausprobiert und ich bin begeistert!
    Genau das hatte mir seit März gefehlt.

  2. Das freut mich! Ein Kollege von mir, der ebenfalls mit Scrum arbeitet, war auch begeistert. Zumal alles das, was Trello nicht von Haus aus mitbringt (z. B. ein bestimmtes Ablaufdatum für eine Aufgabe), per API individuell programmiert werden kann. Hast du schon das Developer-Board entdeckt? Alleine das schon … Was für ein Tool!

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