Alte Kriegsfüße, Schreibübungen und eiserne Regeln

Ich stehe mit diesem, meinem Blogdings ja bekanntermaßen auf Kriegsfuß. Gerade deshalb war es eine so verrückte Idee, mich bei den Ironbloggern anzumelden. Und es ist nur konsequent, dass ich (wieder) darauf hereingefallen bin, durch regelmäßigen Schreibzwang »meine Inhalte« entdecken zu wollen und nach und nach an der eigenen Schriftsprache Gefallen zu finden. Charles Buckowski, warum hast du mir nicht früher die Augen geöffnet?

Nun beweisen aber viele andere, dass es sehr wohl alternative Wege gibt. Und grundsätzlich ist es bestimmt legitim, ein Blogdings als Schreibübung zu verwenden. Nur hätte ich erst einmal Regeln für diese Schreibübungen aufstellen müssen. Ob man sie dann öffentlich zur Schau stellen sollte, ist wiederum eine ganz andere Frage.

Andererseits kann ich ziemlich eisern sein und eine Sache durchziehen. Aber halte ich mich damit noch, berechtigte Frage, an die Spielregeln der Ironblogger? In mancher Woche habe ich ein schlechtes Gewissen, in anderen rutscht mir doch wieder ein Text heraus, mit dem ich leben kann.

Doch zurück zum Reinfall: Ich habe zu vielen Themen oft einfach keine gefestigte Meinung oder Haltung (und finde das auch gar nicht schlimm) und frage mich hinterher, warum ich zu diesen Themen etwas ins Blogdings geschrieben habe. Das Kommentieren und Kuratieren von Meinungen könnte viel eher eine Aufgabe für mich sein, die Suche nach Konsens oder Kompromiss, aber das will doch erst recht niemand lesen, der die Originalquellen kennt. Außerdem bieten kommentierte Links doch allenfalls Inhalte, die sich auch in 140 Zeichen pressen lassen, und ein Tweet ist kein Blogdingseintrag.

Augenblick mal.

Ich habe so gar keine Schwierigkeiten damit, Inhalte für Tweets zu finden. Die schreibe ich einfach. Zack, weg. Außerdem laufe ich seit Jahren durch die Welt auf der Suche nach Inhalten, die sich abgewandelt zu Podcast-Episoden verarbeiten lassen. (Alter Lokalradio-Trick.) Oder finde einfach so Bild-Bildunterschrift-Gelegenheiten für Instagram-Postings. Wieso konzentriere ich mich hier im Blogdings nicht auf genau das, womit sich mein Gehirn offenbar ohnehin beschäftigt: Geschichten aufzuspüren und ihnen einen Dreh zu verpassen, um neue Geschichten zu erzählen? Bin ich etwa Geschichtenerzähler, der sein Outing im Blogdings noch vor sich hat?

Ich gebe es ungern zu: Aber ich bin ein wenig aufgeregt.

PS: Angeblich streben wir, die wir mit einem Zweitnamen gesegnet sind, in unserer zweiten Lebenshälfte den Eigenschaften entgegen, die mit diesem Namen verbunden sind. Nach vielen Krönungsjahren (ohne weiteres Zutun) geht es für mich jetzt erst in Richtung Erleuchtung. Da kommt noch einiges auf mich zu. ■

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2 Gedanken zu „Alte Kriegsfüße, Schreibübungen und eiserne Regeln

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