An der Fleischtheke

Zielstrebig geht er auf die Fleischtheke zu. Schätzungsweise Mitte 50, dem Sommerwetter angepasst gekleidet mit weißem Polohemd und kurzen, sandfarbenen Hosen. Keine Socken in den Sandalen. Er ist knappe 2 Meter groß und sieht ein bisschen wie Thomas Roth aus. Nur schlacksiger, wobei man das von Thomas Roth nicht weiß, weil er ja meistens einen Anzug trägt. Jetzt als Tagesthemen-Moderator ohnehin.

Er hat ein Lächeln im Gesicht, als er sich über die Auslage beugt, um seine Bestellung vorzubringen. Vermutlich, weil er von Mann zu Mann sprechen kann und nicht von einer Verkäuferin bedient wird. »Guten Tag«, sagt er mit gedämpfter Stimme, »ich hätte gerne Grillfleisch. Und zwar etwas schön Durchwachsenes für den Herrn und etwas Leichtes für die Dame.« Er lächelt zufrieden, als ihm der Verkäufer Nackensteaks in Barbecue-Marinade und Putenbrust in Jogurt-Senf-Soße empfiehlt. »Sehr gut, sehr gut, dann nehme ich von beidem vier Stück.«

Eine Bestellung, die nur an der Fleischtheke zu Erfolg führt. ■

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