Wechselduscher

Es war so ähnlich wie mit der Zeitumstellung: Zweimal im Jahr wechselte sein Frischegefühl. Von warm auf kalt und wieder zurück.

In den Sommermonaten konnte er gar nicht genug davon bekommen, seine Hände unter kaltes Wasser zu halten. Bei über 30 Grad im Schatten die Hände mit warmem Wasser zu reinigen, da blieb das klebrige Schweißgefühl doch bestehen! Auch dann, wenn er es mit der Seife übertrieb. Kalt, erfrischend, sauber, sein Sommerdreiklang.

Als sich der Herbst aber mit den ersten kalten Nächten ankündigte, wurde sein Sauberkeitsempfinden wieder zurückgestellt. Unter kaltem Wasser schien der Dreck an seinen Händen festzufrieren. Nein, da musste warmes Wasser her, das Blut in seinen Händen aufgewärmt werden, damit der Dreck von innen nach außen pulsieren konnte. Nahezu perfekt war das Ergebnis, wenn er die Hände anschließend am heizungsgewärmten Handtuch abtrocknete.

Warum er trotzdem das ganze Jahr hindurch unter der Dusche warmes Wasser benötigte, dafür hatte er keine Erklärung. Er wäre so gerne ein Wechselduscher gewesen! Aber er konnte einfach nicht. ■

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