Vereinigungserlebnis

»Außerdem ärgert mich ja daran auch, dass die Westdeutschen um ein Vereinigungserlebnis gebracht wurden. […] Wenn die Bundesregierung […] gesagt hätte, wir schauen uns den Osten mal an, vielleicht gibt es ja ein paar vernünftige Strukturen, und zehn Sachen damals gleich eingeführt hätte im Westen – Kindertagesstätten ab dem nullten Lebensjahr, eine stellvertretende Direktorin oder einen stellvertretenden Direktor an jeder Schule für außerunterrichtliche Angebote oder die Polykliniken, die man jetzt Ärztehäuser nennt –, […] dann wäre das Erlebnis der Frau in Passau und des Mannes in Kiel und des Mannes in Frankfurt am Main gewesen: Mit der Einheit hat sich meine Lebensqualität in zehn Punkten erhöht. Das wäre ein Vereinigungserlebnis gewesen. Hatten die nicht.«

Gregor Gysi, Ortsgespräche, WRINT 171.

Manchmal tue ich mich mit Gregor Gysi leicht, manchmal auch unheimlich schwer. Dieser Gedanke aus dem Interview mit Holger Klein ist aber so klug, dass er mich seit dem Hören nicht mehr losgelassen hat. Was könnten wir alle, gerade heute, von solchen Vereinigungserlebnissen profitieren! ■

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