Ein Verb für WhatsApp

Echt jetzt. Kann doch nicht sein. Jetzt einmal abgesehen davon, dass es die Macher von WhatsApp offensichtlich versäumt haben, über ein Verb nachzudenken, das das beschreibt, was man mit ihrer Anwendung macht. Aber diese ewigen Krücken wie »Kann ich dir eine SMS in WhatsApp schicken?«, »Sollen wir Nachrichten in WhatsApp austauschen?«, »Dann sende ich dir eine WhatsApp-Nachricht!« oder »Sollen wir WhatsAppen?« – das ist doch auf Dauer kein Zustand für die wunderbare deutsche Sprache!

Hiermit schlage ich als Verb für die Benutzung von WhatsApp offiziell den Begriff »whatsen« vor. Die Konjugationtabelle lautet wie folgt:

 

Indikativ Präsens

Indikativ Präteritum

Singular

ich whatse

ich whatste

 

du whatst

du whatstest

 

er/sie/es whatst

er/sie/es whatste

Plural

wir whatsen

wir whatsen

 

ihr whatst

ihr whatstet

 

sie whatsen

sie whatsten

Ferner gilt:

Partizip I

Partizip II

Infinitiv mit zu

Imperativ

Perfektbildung

whatsend

gewhatst

zu whatsen

whats! whatse!

mit »hat«

Und die Konjunktiv- und Futurregeln erspare ich mir an dieser Stelle, weil sie nicht zielgruppenrelevant sind. Es wird nur im Hier und Jetzt gewhatst, eventuell über Dinge gesprochen, die jemand gewhatst hat, whatsen wird oder whatsen könnte. Daraus sollten sich alle Formen ableiten lassen. ■

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12 Gedanken zu „Ein Verb für WhatsApp

  1. „Whatst euch mal die App an, wie die App whatsen kann,
    auf dem Samsung auf dem iPhone whatst die kleine App!“

    Abgesehen davon hat sich „whatsappen“ doch durchgesetzt als Verb. Gibts schon Songs mit.

    • Veto! Ich gebe zu, dass es Verbalkonstruktionen mit „WhatsApp“ gibt, aber aufgrund des Wortstamms werden sich diese nicht durchsetzen. Entscheidend ist doch letztlich der Imperativ: „WhatsApp(e) mir das doch!“ ist auf Deutsch eine sprachliche Gemeinheit. Noch schlimmer: „WhatsAppst du mir das?“ Diese ts-st-Verdrehung wird sich nicht durchsetzen. „Whats mir das!“ oder „Whatst du mir das?“ hingegen ist in seiner Einsilbigkeit perfekt.

      • Ich stimm dir zu das Einsilbigkeit sexy ist. Find whatsen als Wort auch schön. Trotzdem befürchte ich, dass es sich nicht durchsetzt.

        Zumal dein ts-st Argument irrelevant ist. „Schi*ckst* (du mir das)“ hat eine noch gaumenzungenbrecherische Ausprache, ist aber trotzdem das Standardverb.

        Vielleicht hat sich das ja gerade wegen der Konsonantenverflechtung durchgesetzt. Wenn mans richtig laut ausspricht spuckt man sein Gegenüber fast an. It’s not a bug, it’s a feature.

        • Okay, die Argumentation ist vielleicht noch nicht vollkommen schlüssig, zumal man sie eigentlich auch nicht ohne passendes Hauptwort führen dürfte: Whats oder Whapp? Das würde dann ja eher auf das Verb „whappen“ hindeuten.

          Andererseits gibt es schöne Möglichkeiten, kreativ mit dem Verb zu arbeiten, beispielsweise könnten Whats mit versauten Inhalten auch gewhutst sein, oder lustige Whats werden gewhitst. Potenzial für das Wort ist da!

  2. Sorry. Ich sage auch weiterhin whatsappen. Ich whatsappe oder auch „app mir das mal rüber“.

    Wichtiger finde ich die Findung eines Verbs für Wikipedia. Ich versuche mich immer an wikipedieren, finde es aber phonetisch grauenvoll und fühle mich, warum auch immer an ondulieren erinnert und das geht ja gar nicht.

    • Wow, dass jemand aktiv „whatsappen“ als Verb benutzt, ohne peinlich berührt zu sein oder darauf hinzuweisen, wie doof das klingt, das ist mir neu. Und ist das ein gutes Verb für dich?

      Für Wikipedia verstehe ich das Problem wiederum nicht. Denn das Verb ist ja „nachschlagen“, durch Wikipedia hat sich nur der Ort geändert, wo man das tut, nicht aber die Qualität. Das ist meiner Ansicht nach der entscheidende Faktor, wann es ein neues Verb benötigt: Eine Google-Suche war/ist etwas anderes als jede andere Suche. Das sehe ich beim Nachschlagen in Wikipedia nicht. Bei WhatsApp hingegen schon, da sich die andere Qualität durch die spezifische Plattform an sich ergibt.

      Vielleicht fehlt der deutschen Sprache auch nur ein Verb wie „to text“.

      • Du hast halt logische Begründungen, die so oder anders sein können. Das kann ich nicht beurteilen. Ich kann dir nur sagen, was real passiert.
        Ich sage „whatsappen“ und „Appste nachher“. Da suche ich kein neues Wort, auch wenn du das aus logischen Gründen möchtest.

        Ich sage aber nicht nachschlagen. Auch wenn es hier nur das Nachschlagwerk ist, dass sich geändert hat. Da fange ich komplizierte Konstruktionen wie „Schlag mal in Wikipedia nach“ oder „Hol die Info aus Wikipedia“ oder ähnliches und das nervt mich furchtbar. So, wie ich googele, will ich wikipedieren. In der Familie sage ich wikipedieren, aber außerhalb traue ich mich nicht, weil ich das Wort saudoof anhört.

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