Timpano – Weihnachten 2014

Vorweg: Es war ein Fest! Ich mag das zweitägige Etappenkochen. Ich mag die Tradition, ein Gericht exakt nur einmal im Jahr zuzubereiten. Auch die fleischlose Variante ist, zusammen mit allen weiteren Abwandlungen des Originalrezepts aus »Big Night«, nahezu perfekt gelungen. Und: Ich freue mich schon riesig auf den Timpano im kommenden Jahr. Drüben bei Instagram habe ich die Zwischenschritte dokumentiert (1, 2, 3, 4, 5).

Noch einige Notizen für mich selbst:

  • Ich muss dringend »unser Gesamtrezept« notieren. Dadurch, dass ich die Bestandteile aus dem Tucci-Kochbuch, aus Notizen hier im Blog und dem externen Linsenbällchen-Rezept zusammengetragen habe, hatte ich mich bei den Mengen ein wenig vertan. Was sich wiederum gar nicht als so schlecht erwies …
  • Denn ich habe doppelt so viel Tomatensoße zubereitet wie laut Rezept benötigt. Statt 900 g Fleisch war die Basis 1 kg Suppengemüse (Röstaromen, Röstaromen!). Am Ende ein ganzer Kochtopf mit Soße, die dann aber auch fast komplett im Timpano verschwand. Sie war mir ein wenig zu dickflüssig; nächstes Jahr sollte ich vor dem Pürieren zunächst die gröberen Gemüsebestandteile aussieben und erst nach und nach dazugeben, bis die richtige Konsistenz erreicht ist.
  • Die Linsenbällchen waren super, so klein habe ich sie zuvor noch nie hinbekommen. Es lohnt sich, Möhren und Sellerie fein zu reiben und den Teig lange zu kneten. Die werde ich das Jahr über bestimmt noch das ein oder andere Mal separat machen, schärfer hätten sie grundsätzlich sein können.
  • Letztes Jahr hatte ich den Pecorino im Verdacht, an der einen oder anderen Stelle einen strengen Beigeschmack zu erzeugen. Dieses Jahr war es, so glaube ich, der Parmesan. Also will ich kommendes Jahr ganz auf den Hartkäse verzichten und stattdessen die doppelte Menge Büffelmozzarella verwenden. Und vielleicht sollte ich, gerade für dieses jahreseinmalige Gericht, ein richtig gutes Olivenöl bestellen, nicht die Standardware von Bertolli.
  • Die vegetarischen Salami-Attrappen … ach ja. Es war ein verzweifelter Versuch, die Original-Salami zu ersetzen, das merkt man dem Produkt selbst und schließlich auch dem Timpano an. Auch wenn die Gran Chorizo, die letztendlich im Timpano landete, zumindest Paprikaschärfe mitgebracht hat. Okay, aber unnötig. Einfach weglassen? Durch ein Gemüse ersetzen? Das ist noch eine kleine Baustelle für das kommende Jahr, die ich lösen möchte.
  • Die Ziti habe ich vormittags gekocht und dann mit reichlich Olivenöl bis zum Zusammensetzen des Timpanos am Nachmittag im Topf ziehen lassen. Klappte perfekt.
  • Wegen der vielen Soße war die Schüssel dieses Jahr eine Nummer größer als im Vorjahr. Dadurch reichte der Teig nicht ganz, um den Timpano oben (also unten) zu schließen. Das nächste Mal sollte ich die Teigmenge deshalb um die Hälfte aufstocken.
  • Vier Rühreier zum Schluss waren ideal.
  • Die Backzeit von eineinhalb Stunden ist grundsätzlich okay, allerdings sollte ich die Linsenbällchen dann morgens schon aus dem Kühlschrank nehmen. Oder einfach noch 15 Minuten draufgeben, mit der Alufolie auf der Schüssel kann ja nicht viel passieren. Im Tucci-Kochbuch steht auch, dass alle Zutaten auf Zimmertemperatur sein sollten.

Als Abschlussidee: Mir ist erst in diesem Jahr aufgefallen, dass im Tucci-Kochbuch das Rezept als »Drum of Ziti« geführt wird. Vielleicht lohnt sich die Recherche danach, um neue Ideen für alternative, fleischlose Füllungen zu bekommen.

Herrje, soviel Buhei um einen gestürzten Nudelauflauf. Aber völlig zurecht. ■

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