Jahresrückblick 2014

Der Plan ging so: Am 31. Dezember 2013 um 11:27 Uhr habe ich diesen Beitrag angelegt, um dann Monat für Monat meine Tweets, Facebook-Postings, Blogdingseinträge, Instagram- und sonstigen Fotos, Notizen und Excel-Tabellen durchzugehen, damit der Jahresrückblick einfach schon im Lauf des Jahres kontinuierlich wächst und ich nichts vergesse. Das nächste Mal habe ich den Beitrag am 9. Januar 2014 um 12:27 Uhr angepackt. (Wow, das klappt!) Die folgende Revision war am 29. Dezember 2014 um 21:47 Uhr. (Wow, und wie das klappt! Nicht.) Trotzdem bin ich rechtzeitig fertig. Und jedes Jahr überrascht, wie viele Themen ich unverbloggt haben liegen lassen.

Zugenommen oder abgenommen? Ende der ersten Jahreshälfte dachte ich, dass ich die Wende zu #‎nothingtastesasgoodasskinnyfeels‬ schaffen könne: Ich habe »Endlich Wunschgewicht!« gelesen. Der Mindfuck dieses Buches ist wirklich großartig, wenn man großzügig über die Kreationismus-Annahmen hinwegliest. Aber: Mit ausbleibendem Pfundepurzeln hielt er nur für vielleicht vier Wochen, bis ich immer wieder in alte Routinen gekippt bin. Vielleicht muss ich es noch einmal lesen. Und noch einmal. Und noch einmal. Bis der Mindfuck wirklich funktioniert hat. Immerhin: Mein Frühstück besteht seitdem ausschließlich aus Obst, von ein paar Ausnahmetagen abgesehen. Um aber auf die Frage zurückzukommen: Plus 2 Kilo.

Haare länger oder kürzer? Exakt dazwischen.

Kurzsichtiger oder weitsichtiger? Ich habe es in diesem Jahr endlich zum Optiker geschafft! Rechts hat sich die Sehkraft verbessert, links haben die – so habe ich die Optiker-Nerdsprech verstanden – bisherigen Optiker offensichtlich Mist gebaut, indem sie anstatt an der einen Stellschraube meiner Brillengläser an einer anderen etwas verändert haben, sodass das linke Auge keine Chance hatte, es dem rechten in seiner Wunderheilung gleichzutun. (Erkenntnis an dieser Stelle: Das nächste Mal besser nachfragen.) O-Ton des Optikers: »Hatten Sie eine Verletzung am linken Auge? Denn anders kann ich mir diese Werte eigentlich nicht erklären.« Wie auch immer: Nächstes Jahr wird es dann auch links hoffentlich besser werden.

Mehr ausgegeben oder weniger? In dem Jahr, in dem wir wegen der hohen Kinderbetreuungskosten eigentlich auf die Sparbremse treten wollten, kam eine Kleininvestition nach der anderen ins Haus. Schlimm. Mehr.

Mehr bewegt oder weniger? Genau dazwischen. Wobei das nicht stimmt: Parallel zum Buch von Allen Carr habe ich angefangen, so jeden zweiten Abend das Einsteigerprogramm von Mark Lauren durchzuziehen, »Fit ohne Geräte«. Und dadurch fühlte ich mich insgesamt viel fitter. Aber da war zum einen das ausbleibende Pfundepurzeln, zum anderen kam die Lungenentzündung-Bronchitis-Lungenfellentzündung-Geschichte dazwischen. Muss ich dringend wieder anfangen, das hat mir wirklich gutgetan. Allenfalls am Zeitpunkt sollte ich arbeiten: Immer erst spät abends ins Schwitzen zu kommen und danach aufgeputscht hellwach zu sein, kann nicht im Sinne des Erfinders sein. (»Okay, wir sind fertig für heute! Jetzt sollten Sie sich eine gesunde Mahlzeit gönnen!« – »Um Mitternacht??«)

Der hirnrissigste Plan? Für hirnrissige Pläne war dieses Jahr einfach gar kein Platz.

Die gefährlichste Unternehmung? Für gefährliche Unternehmungen gleichermaßen auch nicht.

Die teuerste Anschaffung? Beim »privaten Konsum« war meine teuerste Anschaffung: neue Winterreifen. So traurig.

Das leckerste Essen? Ich war in diesem Jahr auf dem großartigsten Grillevent meines Lebens, dem Angrillen vom Küchen-Funk-Podcast. Hammer. Aus den Osterresten habe ich eine falsche Carbonara gekocht. Hammer. Völlig überraschend war die Qualität des Schnitzels mit Dunkelbiersoße und Semmelknödel in der Hopfenstube in Leverkusen. Hammer-Hörertreffen auch. Zum Vatertag gab es komplett selbst gemachte Cheeseburger von meiner Familie. Hammer. Ich habe in diesem Jahr Hopjesvla selbst gemacht. Hammer. Die Entdeckung des MoschMosch. Hammer. In der »Pizzeria Nunzio« in Rheinbach habe ich in diesem Jahr die beste Pizza meines Lebens gegessen: Pizza Focosa mit roten Zwiebeln, hausgemachtem Pesto, Mozzarella, Knoblauch und Chili. Hammer.

Das beeindruckendste Buch? Da vertraue ich ganz auf meine Bewertungen hier im Blogdings: Dinner for One. Das habe ich aber auch zur ausgeglichensten Zeit in diesem Jahr gelesen.

Der berührendste Film? Die beste Bewertung in diesem Jahr waren 7 Punkte? Das überrascht mich. Von den 7-Punkte-Filmen hat mich dann wohl Perfect Sense am meisten berührt.

Die beste CD? Irgendwann in diesem Jahr hatte ich die Textzeile einer alten Kinderkassette von mir im Ohr: »Armer Papi | hoffentlich | wird dir in der Wäschetrommel | nicht so schrecklich schwindelig.« Gegoogelt, über ein Forum auf der Seite von Michael Frielinghaus gelandet, der seine Kassetten von damals heute auf CD anbietet. So habe ich die CD »Zweites Programm« gekauft, die jede Menge Kindheitserinnerungen wachgekitzelt hat – und mit Sicherheit neue erzeugt.

Das beste Lied? Zwei Herzen, ein Lachen. Woche für Woche. Siebenmal.

Das schönste Konzert? Herzlich willkommen! Diese Frage ist der diesjährige Streichkandidat im Jahresrückblick. Im kommenden Jahr wird er deshalb schonungslos ersetzt durch die Frage: »Drei Dinge, die es im kommenden Jahr viel häufiger geben sollte?«

Der unterhaltsamste Podcast? Das war in diesem Jahr eindeutig Viele Wege führen nach Om. Roland und Gerry stellen die großen Fragen, haben aber natürlich auch keine Antwort. Das Themenspektrum ist riesig: Floating Tanks, die Zombie-Apokalypse, Heldenreisen, Psilohuasca und Ayahuasca, NLP, digitale Ethik, gute Lehrer, Bitcoins – ich freue mich bei jeder neuen Episode, sogar zu Tränen gerührt habe mich die beiden in diesem Jahr. Mehr kann ein Podcast nicht leisten.

Die meiste Zeit verbracht mit? TwoDots. Okay, vielleicht nicht die meiste Zeit, aber doch sehr viel Zeit für so ein kleines Casual Game. Und das bis zum heutigen Tag. Deswegen bitte niemals vergessen: Im Zweifel immer ein Quadrat machen. Aber: »TwoDots ist auch keine Lösung!«

Die schönste Zeit verbracht mit? Ich kann es auch auf die Gefahr schlimmsten Kitsches nicht oft genug wiederholen: Mit meiner wundervollen Familie.

Enttäuscht hat mich? Der gedanklich angesetzte Rotstift.

2014 zum ersten Mal getan? Gemumbelt, im MRT gelegen, per Briefwahl gewählt, Craft Beer getrunken, Hexbug-Fußball erfunden (und zur WM deshalb Ewigkeiten im Keller verbracht), jemanden gekündigt, Bingo gespielt, einen Drachen steigen lassen, Bier auf einen Grabstein gegossen.

2014 nach langer Zeit wieder getan? Eine Sandburg mit Wasserstraße gebaut, in einem Gerichtssaal gesessen, Panini-Bilder sortiert und getauscht, ein Zwischenzeugnis gefordert, regelmäßig Wrestling geschaut, das Bundesliga-Tippspiel im Büro gewonnen, Gesichtsbemalung getragen, einen Papierflieger gebaut.

Drei Dinge, auf die ich gut hätte verzichten können? Den Game Changer Day. Den Tod eines Kollegen. Sätze wie »Können wir nicht eine Sonderregelung treffen, dass du in deiner Elternzeit auch arbeitest?«

Die wichtigste Sache, von der ich jemanden überzeugen wollte? Dass man auch ohne meine Anwesenheit problemlos einschlafen kann.

Das schönste Geschenk, das ich jemandem gemacht habe? Einen Geißbock in Lebensgröße zu verschenken, war schon ziemlich schön.

Das schönste Geschenk, das mir jemand gemacht hat? Zum 10-jährigen Dienstjubiläum gab es jedenfalls keines. Wobei das – wenn überhaupt – eher zwei Fragen zuvor erörtert gehört. Deshalb: Egal. Ich wollte nur das Jubiläum unterbringen.

Der schönste Satz, den jemand zu mir gesagt oder mir geschrieben hat? »Der Papa hat sich aber auch was Schönes zum Muttertag verdient.« (Dicht gefolgt von: »Du bist der blödste Papa von allen!«)

Und was war sonst noch? Die Ice Bucket Challenge, die Ablösung des Anrufbeantworters, Jesus looking at things, Quizduell, die 300. Episode von Die Esel und Teddy Show, hohe Klickzahlen in diesem Blog dank auf dem Kassenband platzierter Flaschen, das Knacken der 100.000-Kilometer-Grenze mit dem Polo (»Wenn Sie Ihr Auto verkaufen, kriegen Sie nichts mehr dafür. Deshalb: Fahren, fahren, fahren, bis er auseinanderfällt.«), die Fußball-Weltmeisterschaft mit Audiodeskription.

Vorherrschendes Gefühl 2014? Es kommen auch wieder bessere Zeiten, sie melden sich doch schon regelmäßig.

2014 war mit einem Wort? Atemlos. ■

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