Gedanken zum Bahnpendlerdasein

Seit zwölf Arbeitstagen bin ich Bahnpendler. Das ist auf der 22-Minuten-Strecke, die ich jetzt wochentags fahre, total super. Bislang gab es auch nur eine Verspätung und einen Zwischenfall, als der Zug vor meinem nicht weiterfahren konnte und so auch meiner zum Stillstand gezwungen war. Das hat der Lokführer informationstechnisch aber gut gelöst, sogar mit Humor. Allerdings hatte ich völlig unterschätzt, wie sehr es stresst, immer zu einer bestimmten Zeit aufbrechen zu müssen. Der größte Vorteil am Autofahren ist also die Freiheit, fünf Minuten früher und vor allem später losfahren zu können. Binsenweisheit, wenn man es weiß.

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Weil ich jetzt Bahnpendler bin, fährt mein Auto fast nur noch Kurzstrecke. Haus-Kindergarten, Kindergarten-Bahnhof, Bahnhof-Haus. Ab und zu auch mal zum Supermarkt. Nach zehn Tagen sprang das Auto morgens dann nicht mehr an: Batterie platt. Kann es sein, dass die altersschwache Batterie sich auf dem bisherigen Arbeitsweg jeweils ausreichend regenerieren konnte? Keine Ahnung. Langfristig hätte ich für diese Kurzstrecke ohnehin gerne ein Elektrofahrzeug. Da ist Batterie-Know-how hoffentlich schon von Haus aus mit an Bord.

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Großartig ist bei der Kurzstrecke vor allem, wie selten ich tanken muss. Halber Monat vorbei, noch keine 150 Kilometer gefahren. Krasses Sparpotenzial. Ich bin gespannt, was das im Jahr ausmachen wird.

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Das ganze Geld, das ich jetzt nicht mehr an der Tankstelle verpulvere, wird vermutlich in Lebensmittel fließen. Irgendeine Maschine muss man ja immer mittels Energiezufuhr am Laufen halten. Letzten Donnerstag wollte ich alte Traditionen pflegen und habe beim Cassiusgarten meine geliebten Arborio-Reisbällchen bestellt, ein bisschen Gurkensalat noch dazu. 9,62 Euro. What? Da war ich platt. Bislang hatte ich, durch den Arbeitgeber subventioniert, ungefähr 3 Euro pro Cassius-Mittagessen bezahlt, inklusive Salatbeilage und Nachtisch. Das wird selbst mit Vorkochen eine Herausforderung.

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Vorgekochtes Mittagessen mitnehmen und in der Mikrowelle aufwärmen: Eigentlich eine tolle Sache, aber im Alltagsbetrieb ein enormer Planungsaufwand, wenn man nicht von Tiefkühl-Convenience-Food abhängig sein will. (Und mittags rausgehen, um sich was zu holen: Da bekommt man ja praktisch keine hochwertigen Kohlenhydrate.) Es muss also eine Planungsliste für Lieblingsessen her – so ein Ding, das wir bislang nicht einmal für Wochenenden auf die Beine gestellt haben. Aber der Druck ist bei fünf Tagen in der Woche zumindest mathematisch mehr als doppelt so groß. Vielleicht pflege ich die Liste hier im Blogdings, dann haben alle was davon. ■

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