Zunächst ist der Bildschirm übrigens rot

An unserem Fernseher war nach dem Bundesligaauftakt immer noch der zweite Tonkanal aktiviert, auf dem die Audiodeskription ausgestrahlt wird. So kam ich wenige Tage später in den Genuss der kommentierten Fassung des vermutlich berühmtesten deutschen Fernsehvorspanns:

»Der Bildschirm ist blau. Das Augenpaar eines Mannes späht nach links, nach rechts, geradeaus. Um das rechte Auge schließt sich ein Fadenkreuz. Das Fadenkreuz reißt auf. Dahinter erscheint die verschwommene Silhouette eines Mannes. Er hält sich die Hände schützend vors Gesicht. Rennende Beine auf nassem Asphalt. Aus einer Spirallinie entsteht ein stilisierter Fingerabdruck. Tatort.«

Das hat das Zeug zu einem wunderbaren Ratespiel … Könnte da bitte irgendjemand eine Liste anlegen? ■

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Clevere Schachzüge mit 1&1

Ich komme mir gerade verdammt clever vor – und bin schon gespannt, an welcher Stelle ich es doch nicht war.

Also: Hier gibt es zurzeit Probleme mit der DSL-Leitung. Telefonate werden einfach abgebrochen und das Internet ist ab und zu nicht reproduzierbar kaputt. Nach einem bisschen Gemaile mit 1&1 bat man mich, dort mit dem Handy anzurufen. Weil das aber extra kostet, habe ich es nicht getan (Cleverer Schachzug 1). Die nette Dame an der Hotline beschleunigte das Gespräch, als sie den kleinen Mann im Hintergrund hörte und ich ihr sagte, dass es hoffentlich schnell gehe, da hier jemand ins Bett gehöre (Cleverer Schachzug 2). Das hat sie sofort verstanden; bevor sie mich aber schnellstens zum Techniker durchstellte, rief sie mich auf dem Handy zurück (siehe Cleverer Schachzug 1), da nur so der Techniker die geplante Leitungsmessung durchführen kann. Das tat derjenige auch und stellte fest, dass die 7 Jahre alte Fritzbox das Problem sei, es auf die aber keine Garantie mehr gäbe. Neues Gerät: 69 Euro. Also habe ich ihm freundlich gesagt, dass er ja der falsche Ansprechpartner sei und ob er mich denn nicht zum Kundendienst durchstellen könne – denn als treuer Kunde für die Hardware auch noch draufzuzahlen, das sei ja schon so ein bisschen frech (Cleverer Schachzug 3). Also stellte er mich wiederum zackig durch, und die nächste Dame machte mir ein Angebot, das die letzten fünf Jahre auf Rückfrage nie möglich war: Neukundenrabatt bei Vertragsverlängerung um 2 Jahre! (Bislang hieß es immer: Bestandskunde? Pech gehabt!) Ergo: Die neue Fritzbox ist kostenlos bei der Vertragsverlängerung dabei, es fallen allerdings Gebühren und Versandkosten an. Schnell durchgerechnet (Clever Schachzug 4) hatte ich unterm Strich ein Plus von 80 Euro ermittelt. Ja, mit Vertragsverlängerung bei 1&1, klar, aber da ich es die letzten fünf Jahre nicht geschafft habe, ein Running System anzupacken, war das jetzt das kleinste Übel. ■

Briefwahl

Briefwahl, mein erstes Mal! Und es war wunderschön!

Es ging schon damit los, dass ich den QR-Code auf der Wahlbenachrichtigungskarte mit dem Smartphone scannte, auf einer mobil sinnvoll nutzbaren Seite nur mein Geburtsdatum angeben musste, und ich mich drei Werktage später über die Wahlunterlagen im Briefkasten freuen konnte. Völlig unkompliziert.

Was mich aber viel stärker faszinierte: Mit den Wahlunterlagen zu Hause kann man die Kandidaten googeln, sich Statements durchlesen, mehr als die Plakatgesichter der Kandidaten anschauen, Werdegänge verfolgen. Kurzum: Sich mal richtig informieren, und zwar konzentriert in dem Moment, in dem man auch das Kreuzchen macht. Was ich bei Kommunal- bzw. Europawahlen auch dringend nötig hatte.

Ich hoffe, ich bin beim nächsten Wahlsonntag wieder unterwegs. Dann mache ich wieder Briefwahl. Tut gut. ■

Update: Jetzt gab es auch noch die Unterlagen für die Stichwahl frei Haus. Wo ich schon verzweifelt nach der Wahlbenachrichtigungskarte gesucht hatte. Wie großartig ist das denn? (Wenn auch nicht logisch.)

Gewitter im Anmarsch

Sonnenschirm schließen, verpacken, in der Garage an die Wand hängen. Gartenstühle unter dem Vordach verstauen. Geschirr in die Küche bringen. Gartentisch regengeschützt verschieben. Markise einkurbeln. Förmchen, Schaufeln und Eimer in den Sandkasten packen, zuklappen, abdecken, mit Steinen fixieren. Hängematte einrollen und an die Hauswand legen. Planschmuschel entleeren, zusammenklappen und auf den Sandkasten stellen. Spritztiere in der Holzkiste verstauen, ebenso die zusammengelegte Picknickdecke. Bobby-Cars parken. Wasserschlauch einrollen und unter das Vordach stellen. Straßenkreide ins Regal stellen. Garage abschließen.

Und fünf Minuten später sind die Wolken vorbeigezogen und die Sonne scheint. ■

Support your local … oder auch nicht

Angebot für einen elektronischen Durchlauferhitzer vom Sanitärfritzen bekommen, 411,00 Euro. Bei Amazon nach diesem Modell geschaut, 245,08 Euro. In Erwartung eines Satzes wie »Wir geben Ihnen noch zwei Jahre Garantie auf unser Gerät obendrauf!« beim Sanitärfritzen angerufen. Und der so:

»Sie sind schon der zweite Kunde in dieser Woche, der für ein Gerät einen besseren Preis im Internet gefunden hat. Das ist eben unser Preis, nur knapp über unserem Einkaufspreis. Und jetzt können Sie sich überlegen, ob Sie einen Internetriesen unterstützen möchten oder die ortsansässigen Handwerker!«

Bei 165,92 Euro Preisunterschied fiel die Entscheidung nicht wirklich schwer. Und zum Glück gibt es auch andere ortsansässige Sanitärfritzen, die einem auch die Geräte einbauen, die man selbst besorgt hat. ■