Gelöst: Warum liegt hier überhaupt Stroh rum?

Die 10 besten Gründe, warum hier überhaupt Stroh rumliegt!

  1. Die Garage hat ein Feuchtigkeitsproblem. Aus diesem Grund überwintert das Stroh für die Kaninchen im Keller.
  2. Stroh ist ein hervorragender Bau- und Dämmstoff. Außerdem in der Ausstellung zu finden sind: Glaswolle, Holzfaserdämmplatten, Polystyrol, Kork, Aerogel und viele weitere Materialien.
  3. Einmal im Leben sollte man ausprobiert haben, ob man nicht doch Stroh zu Gold spinnen kann.
  4. Es handelt sich um die Requisiten für ein Krippenspiel.
  5. Hier im Schwarzwald stellen wir unsere Hausschuhe nach traditioneller Art her.
  6. Der Genuss von Kaltgetränken aus den namensgebenden Strohhalmen ist in vielen Szenekneipen angesagt.
  7. Um Strohhüte zu flechten, muss man das Ausgangsmaterial ja schließlich irgendwo lagern.
  8. Laut Kleinfeuerungsanlagenverordnung ist Stroh als Regelbrennstoff freigegeben, sofern geprüfte Heizungsanlagen zwischen 15 kW und 100 kW im Einsatz sind.
  9. Zu Karneval gehen wir dieses Jahr als Vogelscheuchen. Die Kostüme basteln wir bei mir, deshalb hat Herbert das Stroh vorbeigebracht.
  10. Manchmal ist die Sehnsucht nach lauen Sommernächten auf dem Heuboden einfach zu groß. Dem kann ganz leicht Abhilfe geschaffen werden!

Die Frage ist also durchaus berechtigt. ■

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Gesehen: WrestleMania 31

Wrestling ist doch Proletensport, asozial, abgesprochen, unnötig brutal, Zuschauerverarschung, für pubertierende Männer. Stimmt alles, ich mag es trotzdem. Es fühlt sich immer wie ein Geständnis an, wenn man zugibt, dass man gelegentlich Wrestling schaut. Deshalb schleicht sich auch schnell ein »gelegentlich« in so einen Text. Es kommt aber noch schlimmer: Ich habe am vergangenen Wochenende 25 Euro bezahlt, um mir WrestleMania 31 im Livestream anzuschauen.

Seitdem TELE 5 donnerstags wieder WWE RAW im Free-TV zeigt, schalte ich regelmäßig ein. Die Erzählstruktur kommt mir soapiger als in den Neunzigern vor – die Zeit meiner Wrestling-Sozialisation: Schaut man es Woche für Woche, hört man die immer gleichen Formulierungen in den Monolog- oder Interviewsequenzen, damit der Gelegenheitszuschauer problemlos versteht, welche Fehden da gleich im Ring ausgetragen werden. Die einzelnen Aktionen in den Showkämpfen kommen mir brutaler als früher vor: Der Warnhinweis, dass man auf keinen Fall das nachmachen solle, was man im Fernsehen sieht, scheint mir angebrachter denn je. Vielleicht bin ich aber auch nur alt geworden und frage mich, was passiert, wenn unsere Kinder das irgendwann schauen; vielleicht ist der Fernsehzuschauer von heute aber auch abgestumpfter. Diese wöchentliche Show also, die da im Fernsehen läuft, hat viele Elemente, die mich nerven oder nicht interessieren, sodass die Sendung eher wie Radio nebenher läuft. Aber: Ich schalte regelmäßig ein. Gelegentlich regelmäßig.

Wrestling muss ganz allgemein mit dem Vorwurf leben, »not real« oder gar »fake« zu sein. Die Antwort der WWE-Verantwortlichen ist immer, dass sie »real entertainment« bieten. Unter dieser Prämisse war ich letztlich auch bereit, das Pay-TV-Ticket zu lösen: Ich wollte mir die größte Entertainment-Show ansehen, die das Wrestling zu bieten hat. Lohnt sich das? Ein Preis, den ich für den Livestream eines Fußballspiels vermutlich nur dann zahlen würde, wenn es das Champions-League-Finale mit dem FC Bayern wäre? Sechs Stunden später wusste ich: Das hat sich ausgezahlt, denn Wrestling unterhält mich nicht wie eine Sportsendung, sondern eher wie ein Spielfilm. Bei dem ich mich ja auch nicht daran störe, dass es ein Drehbuch gibt, nach dem sich alle richten.

  • Die ersten zwei Stunden gab es Vorgeplänkel, wie man es von Sportereignissen kennt: Einspieler zu den folgenden Matches, Kommentare dazu von einer Dame und drei Herren im Panel. Die Kickoff-Show. Das fühlt sich beim Wrestling merkwürdig an, denn theoretisch könnte man diesen vier Personen ja schon verraten haben, was gleich passiert. Andererseits verschleiern die US-Kommentatoren nicht, dass es sich hier ausschließlich um Sports Entertainment handelt. Ärgerlich für mich als deutschen Zuschauer war natürlich, dass die ganze Zeit dafür Werbung gemacht wurde, dass das WWE Network für US$ 9.99 im Monat anzuschauen sei. Also auch WrestleMania. Jederzeit kündbar. Gnarf.
  • Die ersten Matches fanden schon in der zweiten Stunde der Kickoff-Show statt. Vermutlich als Appetithappen für diejenigen gedacht, die noch nicht die US$ 9.99 gezahlt hatten; denn die ersten zwei Stunden wurden auch in den USA unverschlüsselt gezeigt. Da das Levi’s Stadium in San Francisco ein Football-Stadion ohne Dach ist, fanden diese Matches im Sonnenschein statt. Das hat was, Wrestling unter freiem Himmel, das habe ich als Teenager bei WrestleMania schon einmal gesehen. Zumal der Lichtverlauf des Abends so war, dass das letzte Match schließlich komplett unter Flutlicht stattfinden musste. Vor Ort sitzen und Bud Light zischen hätte ich aber trotzdem nicht wollen.
  • Bereits in den ersten Matches bewahrheitete sich – oh Wunder – schon das, was im Vorgeplänkel die ganze Zeit beschworen wurde: Dass es das größte Ziel eines Wrestlers sei, einen »WrestleMania Moment« zu kreieren, über den man Jahre später noch sprechen wird. Selbst dann, wenn nicht einmal der Versuch unternommen wird, zu verschleiern, dass diese besonderen Szenen natürlich geskriptet sind – da stehen beispielsweise 30 Mann im Ring, einer bringt alle dazu, innezuhalten, um sich sein Shirt kamerawirksam zu zerreißen, woraufhin er im großen Bogen von den 29 anderen aus dem Ring geschmissen wird –, ist das trotzdem unterhaltsam. Sports Comedy.
  • Zum Teil sind diese WrestleMania Moments sogar über die gesamte Show hinweg geskriptet: Irgendwann wurde in der ersten Reihe im Publikum eine gewisse Ronda Rousey eingeblendet. Nie gehört, aber wohl eine knallharte Kampfsportlerin und Olympiamedaillengewinnerin. Damit hatte ich sie auch schon wieder vergessen. Bis sie aus Gründen plötzlich selbst in den Ring kommen durfte, von den Rufen des Publikums beschworen, das ja wusste, dass sie vor Ort ist. Diese Szene bewies nicht nur perfektes Timing, da stimmte die schauspielerische Qualität, der Kameraschwenk, einfach alles. Perfekt inszenierte Unterhaltung, ich habe mich wie bei einem Actionfilm beömmelt.
  • Es gibt aber auch WrestleMania Moments, die wegen ihrer Akrobatik besonders sind. Da werden bestimmte Moves so kombiniert, dass sie einmalig in dieser Ausführung sind. Das kann man skripten, das muss vom Timing aber trotzdem passen und kann in einer Liveshow auch mächtig in die Hose gehen. Das sind die seltenen Momente, in denen der Sport im Vordergrund steht: Wie bei einer Kür, die man für die volle Punktzahl perfekt tanzen muss. Gleichzeitig gibt es aber auch Szenen, in denen fünf Akteure darauf warten, dass einer sie alle gleichzeitig vom obersten Seil anspringt, damit sie wie Bowling-Pins umfallen. Da merkt man, wie furchtbar unecht das alles ist – unterhaltsam ist es aber allemal. Ein bisschen wie Zirkus; aber einer, zu dem ich gerne gehen würde und bei dem ich nicht fürchten muss, einen roten Punkt auf die Nase zu bekommen. Sondern mir im Fanshop vor der Tür mein T-Shirt für viel Geld selbst kaufen darf.
  • Besonders am Wrestling mag ich allerdings Geschichten wie diese: Es gibt einen Wrestler mit dem Ringnamen Rusev. Bei seinem Einmarsch wird Wladimir Putin auf der Leinwand gezeigt, er selbst schwenkt wo er nur kann die russische Flagge, nach seinen Siegen wird eine riesige russische Fahne über dem Ring ausgerollt, kalter Krieg reloaded eben. Bei WrestleMania kam seine »Managerin« mit einer Truppe russischer Soldaten zum Ring marschiert, Rusev selbst durfte sogar im Panzer in die Arena fahren – alles, was die amerikanische Seele aufstachelt. Selbst auf Details wird geachtet: Dass sein Kampfgewicht nicht in Pfund, sondern in Kilogramm verkündet wird. So etwas macht mich glücklich. Spannend an Rusev ist aber: Der ist gar kein Russe. Der ist Bulgare und heißt Miroslav Barnyashev. Dass er in Bulgarien geboren ist, wird bei seiner Ankündigung verschleiert, indem man Moskau als seinen derzeitigen Wohnort nennt – bei fast allen anderen Wrestlern wird der Geburtsort genannt. Was sich aber nicht verschleiern lässt, ist das ominöse Bulgarien-Tattoo auf seinem Oberarm, das die Umrisse seines Heimatlandes zeigt und mit den Farben der bulgarischen Flagge ausgefüllt ist. So etwas zu entdecken, ist ebenfalls extrem unterhaltsam.
  • Wenn bei WrestleMania immer wieder Altstars auftreten (Bret Hart! Shawn Michaels! Diesel! Razor Ramon! The Undertaker!), hat man schon das Gefühl, dass hinter den Kulissen ein feiner Umgang miteinander gepflegt wird. WrestleMania scheint ein großes Familientreffen zu sein – natürlich mit dem Ziel, dass alle Generationen vor dem Bildschirm etwas geboten bekommen. Das hat »Wetten, dass..?« nicht anders gemacht. Mein Herz ergreift es trotzdem, den Hitman zu sehen, oder auch wie übel der eine oder andere gealtert ist.
  • Apropos »Wetten, dass..?«: Natürlich gibt es auch klassische Showeinlagen mit asiatischen Trommlergruppen, eine Terminator-Inszenierung (vermutlich, weil auch Arnold Schwarzenegger vor Ort war, weil der wiederum am Tag zuvor in die Hall of Fame aufgenommen worden war – wieso eigentlich?), Aloe Blacc singt »America The Beautiful«, Skylar Grey performt den Titelsong zu WrestleMania, und immer wieder gibt es Pyro, Feuerwerk und Rummtammtamm. Brauche ich nicht, ist aber auf seine Art unterhaltsam.
  • Ein besonderes Schmankerl war schließlich das letzte, das Hauptmatch: Ich hatte live nur bis 3 Uhr durchgehalten, sodass ich mir die letzten zwei Stunden am Folgetag aufgezeichnet angesehen habe. Kurz zuvor zeigte mir die beste Frau, dass WrestleMania sogar »groß bei GMX«™ sei – und damit wusste ich, wie das Match ausgehen würde. Argh! Obwohl das ja eigentlich völlig egal ist, war ich trotzdem enttäuscht, jetzt schon das Ergebnis zu kennen. Was ich aber nicht wusste: »Groß bei GMX«™ stand nur, wer das Match verloren hatte – und damit nur die halbe Wahrheit. Das Creative Team der WWE hat nämlich ein mir neues Element in die Geschichtenerzählung gebracht; das, was man bei der Formel 1 als »Renntaktik« bezeichnen würde. Da hauen sich in diesem Hauptmatch zwei Typen die ganze Zeit auf die Omme, bis sie nicht mehr können; es geht um den wichtigsten Titel, den das Wrestling-Business zu bieten hat. Plötzlich kommt ein dritter Wrestler in den Ring gelaufen, der irgendwann die Option ergattert hatte, jederzeit ein Match um eben diesen Titel zu fordern. Guter Zeitpunkt, wo sowohl der Titelträger als auch der Herausforderer völlig platt sind. Zack, 1-2-3, marschiert er als neuer Titelträger aus dem Stadion. Großartige Geschichte, verblüffend für alle, ebenfalls perfekt erzählt, so wohl noch nie dagewesen. Ergo: Unterhaltsam.
  • (Schließlich noch zur Technik: Zum Start gab es einen Hakler, nach einem Refresh lief der Stream im WLAN live wie on tape in bester Qualität ohne Probleme. Respekt, maxdome, da bin ich von Sky Go ganz andere Dinge gewohnt.)

Ich bin selbst erstaunt, dass das hier jetzt einer der längsten Einträge aller Zeiten im Blogdings geworden ist. Beim Schreiben ertappe ich mich immer wieder, dass ich Vergleiche zu richtigen Sportarten bemühe und in Sportkategorien denke, von Sieg und Niederlage schreibe, obwohl mir vollkommen bewusst ist, dass beim Wrestling eben nicht der bessere gewinnt; nicht einmal der bessere Schauspieler. Wenn man sich darauf aber einlässt, dass hier nicht der Sport im Vordergrund steht, sondern das Entertainment, ist Wrestling sicherlich immer noch Proletensport, asozial, abgesprochen, unnötig brutal, Zuschauerverarschung, für pubertierende Männer. Es ist die immer gleiche Geschichte: Der Gute und der Böse treffen im Ring aufeinander. Manchmal sind noch ihre Freunde mit dabei. Dann klären sie ihre Sache nach festgelegten Spielregeln, sogar nach Drehbuch, Jubel und Buhrufe, dann sind die nächsten zwei an der Reihe. Aber diese Geschichte wird perfekt erzählt, inszeniert, variiert.

War das 25 Euro wert? Verglichen mit dem, was andere Unterhaltungsangebote kosten: Absolut. Rational betrachtet: Natürlich kein Stück. Aber wer urteilt bei Unterhaltung schon rational? Am 3. April 2016, heute in genau einem Jahr, findet WrestleMania 32 statt. Wenn sich die Möglichkeit bietet, würde ich es wieder tun. ■

Kennt ihr das? Wie heißt das?

Als Kinder haben wir folgende – tja, wie nennt man das am besten – Erschreckmethode sehr gerne praktiziert.

Man zieht den rechten Arm aus dem Pulloverärmel und hält den nun leeren Pulloverärmel so mit der linken Hand fest, dass die Hand nicht zu sehen ist. Die beiden Ärmelbündchen liegen übereinander; es sieht dann so aus, als ob die beiden Ärmel im Halbkreis miteinander verbunden sind. Den freien rechten Arm platziert man möglichst eng am Körper vor dem Bauch, sodass man möglichst nicht erkennt, dass der rechte Arm dort ist. Wenn sich jetzt das zu erschreckende Opfer nähert, bewegt man den linken Arm – und damit den gesamten Ärmelhalbkreis wie eine Schranke – ruckartig nach unten, gleichzeitig bewegt man den rechten Arm unter dem Pullover ruckartig nach oben und auf Brusthöhe nach vorne, sodass es so aussieht, als würde das Herz aus dem Körper springen. (Gut, das habe ich als Kind wohl so nicht gedacht.) Das wird mehrfach wiederholt, wir haben dazu gerne Geräusche gemacht wie »Uffta, uffta«.

Kommt auch heute noch gut bei Kindern an, der Move. Aber der muss doch irgendeinen Namen haben? ■

»Give me your mailing address and t-shirt size too!«

TwoDots fesselt mich weiterhin. Nachhaltig.

Nur kann ich trotzdem kaum ertragen, dass es in der deutschen Fassung um »Medallien« geht oder man sich »Voratskisten« erspielen kann. Irgendwie ergab es sich, dass Christian Calderon, Marketingchef bei den TwoDots-Machern, einen Tweet von mir favorisierte. Ich nahm mit Christian Kontakt auf, an wen ich denn Rechtschreibfehler melden solle. An ihn direkt, war seine Antwort, denn sie seien ein kleines Team und für jede Unterstützung dankbar.

Noch am selben Abend habe ich zehn Screenshots mit meinen sprachlichen Korrekturvorschlägen nach New York gemailt, nur drei Tage später liefert FedEx mir ein T-Shirt und einige Aufkleber vom TwoDots-Team als Dankeschön für meine Unterstützung. Ein Dots-Shirt, weil die TwoDots-Shirts noch in der Mache sind. Aber so eins bekomme ich später auch noch.

Ich hatte Post! \o/ #TwoDots

A post shared by Stefan Proksch (@stefanproksch) on

Manchmal habe ich das Web einfach nur ganz doll lieb. Nachhaltig. ■

Fehler auf Produktverpackungen – Semmelknödel

»Nehmen Sie sich einfach die Kartoffelknödel als Vorlage. Und dann passen Sie den Text entsprechend an. Ach ja, und das Doppelleerzeichen in der Vorlage könnten Sie bei der Gelegenheit auch gleich korrigieren.«

Semmelknödel

Es geht halt nicht alles auf einmal. (Zur Schreibweise auf der PFANNI-Website, ob es sich um Semmel-Knödel mit oder ohne Bindestrich handelt … ach, Sie wissen schon. Da sind ganz große Text Strategen am Werk.) ■