Buntes Schwarz

Früher hatten wir einen Tintenstrahldrucker, bei dem konnte man in den Druckeinstellungen auswählen, ob man Schwarz durch Mischung der drei Farben auf das Papier bringt, oder eben direkt von der schwarzen Druckpatrone. Ich habe nie verstanden, warum man drei Farben verbrauchen sollte, wenn man doch ein viel besseres Ergebnis mit der eigens dafür gedachten Farbe erreichen kann.

Für unseren aktuellen Drucker, ein HP Officejet 4500 Wireless, haben wir derzeit fünf Farbpatronen vorrätig. Schwarz: Fehlanzeige. Fragt nicht. Unnötig zu erwähnen, dass die schwarze Patrone im Drucker leer ist.

Ich bin durch sämtliche Einstellungsmenüs gejagt. Ich habe mir jede Seite der HP-Toolbox-Software angesehen. (Funfact: Wenn ich mit dem Officejet etwas einscanne, muss ich am Ende immer auf den Button »Afslut« klicken. Das fühlt sich jedes Mal furchtbar schmutzig an. Deshalb hatte ich auf einen geheimen Schwarz-Farb-Switch gehofft.) Und, Ehrensache, ich habe Foreneinträge durchforstet und bestimmt auch eine gute Frage mit vielen schlechten Antworten gelesen. Aber nüscht.

Zunächst habe ich einen furchtbar schlauen Workaround erfunden, indem ich einfach die Schriftfarbe veränderte und Briefe in Farbe druckte. Aber wenn man der Versicherung in roter Schrift antwortet, bekommt man vermutlich einen komischen Vermerk in die Akte.

Gestern Abend hatte ich die total verrückte Idee, den Drucker mit seinen eigenen Waffen zu schlagen: Indem ich die leere schwarze Patrone aus dem Drucker nehme und ihn, haha, einfach dazu zwinge, die Farbpatrone auch für Schwarz zu verwenden. Was also per Software nicht geht, einfach der Hardware überlassen: »Ohh, da ist ja gar keine schwarze Patrone mehr! Dann kümmere ich mich jetzt darum, so als alleinherrschende Farbpatrone hier im Gerät, dass alles ausgedruckt wird.«

Tja, klappt. ■

Umschuhlung

In geistiger Umnachtung, einem nonverbalen Sekundenschaf sozusagen, packte ich in die Amazon-Retoure zwei linke Schuhe, in die andere Retoure zwei rechte Schuhe. Die rechten Schuhe liefen einfach so durch, Amazon schickte mir die linken Schuhe mit dem Hinweis zurück, dass die Retourensendung nicht vollständig sei. (Eine ganz eigene Poesie.) Also den Schuhladen kontaktiert, der die rechten Schuhe bekommen hatte. Nein, das hätten sie nicht bemerkt. Aber machen sich auf die Suche. Einen Tag später fragen sie, welches Modell denn der andere Schuh gewesen sei, wegen des Schuhkartons in ihrem Lager. Wieder einen Tag später die Antwort, dass sie dieses Modell gar nicht im Angebot führten, ob ich denn nicht ein Foto der beiden linken Schuhe machen könne. Was ich tat, diese ganze Konversation im Ausgeblendete-E-Mail-Adresse-Hochsicherheits-Modus über Amazon laufend. Und tatsächlich, die beiden rechten Schuhe wurden gefunden, der falsche wurde mir inklusive kostenlosem Retourenaufkleber zugeschickt, sodass ein vollständiges Paar Schuhe jetzt auf dem Rückweg zu Amazon ist, und der richtige linke Schuh – zusammen mit ein bisschen Dankeschön-Haribo, das perfekt in den Freiraum des rechten Schuhs im Schuhkarton passte – auf dem Weg nach Hamburg.

tl;dr: Großartiger Kundenservice des Schuhhauses Schüttfort in Hamburg! ■

Generation YouTube

Ich habe am Samstag ein tolles Konzert von Gavin DeGraw im Stadtgarten in Köln erlebt. Als Special Guest im Vorprogramm spielte die nicht minder wunderbare Hayley Sales. Und ständig zuckten die Handy- und sonstigen Digitalkameras in die Luft, Konzertbesuch Zwonull. Mir soll es egal sein, denn ich hatte das Erlebnis pur und ohne Armstarre – und profitiere nachträglich von der Generation YouTube. Mit euch. ■