Gesehen: Jennas Kuchen

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Ein Film aus der Kategorie: »Hä, wie ist der denn auf meiner Watchlist gelandet?« Egal, geschaut ist geschaut; und die Idee, dass Jenna zu jeder Stimmungslage einen neuen Pie erfindet (»I Hate My Husband Pie«, »Pregnant Miserable Self Pitying Loser Pie«, »Earl Murders Me Because I’m Having An Affair Pie«), ist richtig lecker, macht nur leider ungefähr fünf Minuten des Films aus. Der Rest ist verbrannter Mürbeteig, nicht aufgehender Hefeteig, zu flüssiger Nudelteig. Bis auf: Matlock! Ja, Matlock! Andy Griffith als Grumpy Old Man, dem das Diner gehört, in dem Jenna arbeitet. Auch kitschig angelegt, aber hey: Matlock! Will sagen: Vermutlich ein guter Film für einen Mädelsabend, der sogar mit Ach und Krach den Bechdel-Test besteht. Aber wie ist nur auf meiner Watchlist gelandet? ■

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Gesehen: Kochen ist Chefsache

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Das macht man nicht! Das Genre des komödiantischen Spitzenkochfilms sollte verboten werden. Es ist ein ganz wunderbarer Film, aber es sollte ihn einfach nicht geben dürfen. Jean Reno ist toll, Michaël Youn ist toll, aber sie hätten nach dem Lesen des Drehbuchs einfach nicht zusagen dürfen. Das gehört sich einfach nicht. ■

Gesehen: Der Vorname

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»Das ist doch dieser Film, wo die sich darüber streiten, ob man sein Kind …«

Genau. Aber mit der Verkürzung auf diese Fragestellung aus dem ersten Teil tut man der Geschichte unrecht. Denn der wundervoll beobachtete Familienwahnsinn im zweiten Teil, dieses Drama, das wir alle nur zu gut kennen, macht den Film erst zu etwas Besonderem. Eine absolute Empfehlung von mir, wenn man erstens nicht davon abgeschreckt ist, dass der Film auf einem Theaterstück basiert und sich deshalb praktisch nur in einem Raum abspielt, und man sich zweitens daran hält, im Vorfeld nichts über das Stück zu lesen. ■

Gesehen: Das große Fressen

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Alte, französisch-italienische Filmklassiker: So gar nicht mein Ding. Aber um Episode 99 des Culinaricasts mit Gewinn hören zu können, habe ich mir vorab Das große Fressen gegeben.

Abgesehen von der nicht den heutigen Sehgewohnheiten entsprechenden Erzähl- und Schnittkunst: Was für eine kranke Idee von einem Plot! Der mich dermaßen verstört hat, dass ich mich gar nicht auf die Kochkünste im Film konzentrieren konnte. Aber das haben Udo und Sven mit dem Podcast zum Glück erledigt. Von daher: Alles richtig gemacht und mein Leben um einen Klassiker bereichert. Rülps. ■

Gesehen: Das ist das Ende

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Was war das denn bitte? Ich wurde vorgewarnt, dass man das Gesamtwerk von Seth Rogen vielleicht kennen sollte, um den Film zu verstehen. Und wenn das der Fall gewesen und ich noch 16 Jahre alt wäre, hätte ich ihm vermutlich 9 satte Punkte gegeben. Völlig irre, was die da zusammengeklöppelt haben. Yrre! Aber mehr als 5 Punkte ist das doch eigentlich nicht …

(Vielen Dank, Kelly und Florian! Ich habe mich prächtigst amüsiert!) ■

Gesehen: Das hält kein Jahr..!

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Ich weiß nicht mehr, wie dieser Film auf meine Wunschliste kam. Plötzlich sitze ich jedenfalls vor dem Fernseher und schaue eine britische Liebeskomödie – alleine. Oder eher eine großartige Parodie auf britische Liebeskomödien mit der romantischsten Trennung aller Zeiten. Kurzweilig. Und mit Stephen Merchant. ■

Gesehen: Die große, pickepackevolle Helge-Schneider-Klassiker-Box

Vorweg: Ich habe Helge Schneider mehrfach auf der Bühne gesehen. Was für ein begnadeter Musiker, der zig Instrumente an einem Abend spielt. Was für ein wundervoller Schauspieler, der einem Dinge als spontan verkauft, die perfekt choreografiert sind. (Ob und wann er wirklich improvisiert, konnte man immer in den Gesichtern seiner Bandmitglieder ablesen.) Was für eine unkalkulierbare Gesamterscheinung. Andererseits: Ich meine, dass ich schon einmal einen Kurzfilm von ihm gesehen habe, dessen Erzählweise ich einfach nicht verstand. Und »Globus Dei« habe ich als einziges Buch von ihm gelesen, das war einfach nur gequirlte … ein modernes Märchen. Deshalb habe ich mich nie mit der Filmografie von Helge Schneider befassen wollen, diese Bildungslücke wollte ich jetzt aber anfangen zu schließen. Und das ist ganz schön zäh – vielleicht muss man Filme einfach sehen, wenn sie erscheinen. Oder wenn man jünger ist.

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Texas – Doc Snyder hält die Welt in Atem
Der Film bricht einfach mit jeder Sehgewohnheit. Mit jeder Konvention. Will keine Handlung haben, der man folgen kann. Ja, das ist bestimmt Kunst. Aber keine, die ich mir anschauen möchte. Ich habe trotzdem bis zum Ende durchgehalten und mir alle Extras auf der DVD angesehen. Die haben wirklich geprobt, also auch außerhalb der Filmaufnahmen!

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00 Schneider – Jagd auf Nihil Baxter
Puh, ein Film mit Handlung! Und Charaktere, die bei aller Improvisation und allen Brüchen nicht völlig belanglos sind. Das ist ein Film: Ein merkwürdiger zwar, aber eindeutig als Film zu erkennen. Mit einem erstklassigen Bösewicht.

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Praxis Dr. Hasenbein
Mir gefällt die Kleinstadt, die hier comichaft überzeichnet gezeigt wird. Aber es fehlt wieder die Handlung. Helge Schneider sagt im Bonusmaterial dieser DVD auch, dass dieser Film eher eine Studie ist. Das trifft es.
Weil ich aber mit den ersten beiden Filmen so meine Schwierigkeiten hatte, habe ich das erste Mal einen Film mit Audiokommentar gesehen, direkt beim ersten Anschauen. Ich dachte, dass man so vielleicht etwas mehr über die Hintergründe und Intentionen erfährt. Helge Schneider bricht den Kommentar aber nach rund 20 Minuten ab, weil das ein schrecklich langweiliger Film sei, zu dem ihm einfach nichts einfallen würde. Okay.

Die Filme sind einfach nicht meine. Die Art aber, wie Helge Schneider in den Interviews auf diesen DVD-Sonderausgaben mit Abstand kritisch über seine Filme spricht, die mag ich wiederum ungemein. Diese Unzufriedenheit mit dem eigenen Werk, diese ewige Auseinandersetzung. Ich muss seine Filme zum Glück nicht mögen, aber das »Lebenswerk Helge Schneider«, das mag ich jetzt umso mehr. ■